Chinesische Wanzen auf iCloud-Servern: Apple dementiert Spionagevorwürfe
05.10.2018 13:10 Stefan

Chinesische Wanzen auf iCloud-Servern: Apple dementiert Spionagevorwürfe

Wie bei Bloomberg Businessweek zu lesen war hat es das chinesische Militär angeblich geschafft, winzige Spionage-Chips auf die Server-Motherboards verschiedener US-Firmen, darunter auch Apple, zu verbauen. Apple hat jetzt zum wiederholten Mal die Vorwürfe dementiert.

Es wäre das IT-Horror-Szenario schlechthin: Laut mehreren Artikeln der Bloomberg Businessweek haben es die Chinesen geschafft, Spionage-Chips im Mikro-Format auf Server-Hardware zu platzieren die von verschiedenen amerikanischen Firmen gekauft und in deren Server-Farmen verbaut wurden. Unter den kompromittierten Servern sollen sich auch einige Apple-Systeme befinden. Über den Spionage-Chip sei es laut Bloomberg möglich gewesen die Apple IDs von Kunden zu hacken und so Daten abzufischen.

Bloomberg berichtete dass Apple der Spionageversuch bereits im Jahr 2015 bei der Kontrolle seiner Server aufgefallen sein soll. Die verdächtigen Chips sollen von der Firma Super Micro Computer (auch "Supermicro") in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Militär auf Server-Mainboards verbaut worden sein die anschließend an Apple und andere US-Unternehmen geliefert wurden. Apple ist langjähriger Kunde von Supermicro und bezog innerhalb weniger Jahre mehr als 30.000 Mainboards. Die angeblich gehackten Systeme kamen in Server-Farmen zum Einsatz auf denen u.a. der App Store und Siri betrieben wurden.

Wie Bloomberg weiter ausführte wurden die chinesischen Chips im Mai 2015 bei Überprüfungen entdeckt, betroffene Systeme verursachten ungewöhnliche Netzwerkaktivitäten und Probleme mit der Firmware. Nach der Entdeckung der Manipulationen soll Apple umgehend das FBI informiert und die Supermicro-Server innerhalb weniger Wochen komplett ausgetauscht haben. Als Informationsquelle nennt Bloomberg eigene, monatelange und intensive Recherchearbeit.

Schon als Bloomberg zum ersten Mal über diesen Vorfall berichtete dementierte Apple die Nachricht und gab an, nie gehackte Server-Hardware in den eigenen Server-Farmen gefunden zu haben. Auch gab es nie eine Meldung an das FBI oder eine andere Behörde. Das reichte Bloomberg anscheinend nicht aus, denn kurz nach Apples Stellungnahme gab es einen TV-Bericht bei Bloomberg Television von Jordan Robertson der weitere Behauptungen in den Raum stellte.

Nach der TV-Show sah sich Apple dazu gezwungen im hauseigenen Newsroom ein weiteres Statement zu veröffentlichen, diesmal sehr ausführlich. Der Text geht auf jede Unterstellung von Bloomberg ein und widerlegt diese. Man sei bei Apple im letzten Jahr mehrmals konkret auf die vermuteten Spionage-Chips angesprochen worden - allerdings immer von Bloomberg selbst in Form von Presseanfragen woraufhin Apple prophylaktisch Untersuchungen eingeleitet hat, die jedoch zu keinem Ergebnis führten.

Neben Apple nennt der Bloomberg-Bericht 29 weitere amerikanische Firmen, darunter auch Amazon, die mit verdächtiger Hardware von Supermicro versorgt worden sein sollen. Auch Amazon distanziert sich von den Vorwürfen und gibt an, niemals auf manipulierte Server-Hardware gestoßen zu sein.


Kommentieren

Noch keine Kommentare
Kommentieren

Weitere News zum Thema

Bestandskunden-Aktion: Telekom schenkt ausgewählten Kunden dauerhaft 1 GB Datenvolumen
Die Telekom hat eine Aktion gestartet, mit der sie ihren Bestandskunden eine Freude machen will: In den letzen Monaten der Vertragslaufzeit schenkt der Mobilfunkanbieter seinen Kunden dauerhaft 1 GB Datenvolumen.
weiter lesen »
iPhone XS & XR Akzeptanz deutlich niedriger als bei den Vorjahres-Modellen

Das Analytikunternehmen Mixpanel ist eine zuverlässige Quelle für iOS-Akzeptanzinformationen, die Werkzeuge des Unternehmens ermöglichen jedoch, auch die Akzeptanz der neuen Geräte auszuwerten. Die Daten des Unternehmens stammen aus Analyseframeworks in Apps und mobilen Websites, welche in der Lage sind, iPhone Modellnummern und andere Details auszuwerten.

weiter lesen »
Facebooks VPN App als Spyware enttarnt, britisches Parlament veröffentlicht geheime E-Mails

Sensible interne Facebook-E-Mails, welche vom britischen Parlament veröffentlicht wurden, beschreiben den Missbrauch der kostenlosen VPN App von Facebook als Spyware App.

weiter lesen »